Der Kardinal-Erzpriester
Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, Erzpriester der Päpstlichen Basilika St. Paul vor den Mauern, ist Architekt, wurde 1954 Priester für die Diozöse Rom und 1972 Erzbischof. Er arbeitete im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls auf den fünf Kontinenten, war Apostolischer Nuntius in Papua-Neu-Guinea und den Salomon Inseln, dann im sandinistischen Nikaragua und im antisandinistischen Honduras, wo er auch Personen vor Sequestrierungen rettete.
Darauf war er Apostolischer Nuntius in Uruguay, einem Land mit stark säkularen Traditionen. In der Hauptstadt Montevideo steht auf einem großen Platz noch heute das von ihm aufgestellte große Kreuz, das anlässlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II. errichtet wurde und als „das Kreuz des Nuntius“ bekannt ist.
Von 1990 bis 1998 war er Apostolischer Delegat in Jerusalem und Palästina, Förderer der Versammlung der katholischen Ordinarien im Heiligen Land und wesentlich am Zustandekommen des Grundlagenvertrags beteiligt, durch den die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Israel 1993 normalisiert wurden, woraufhin er später dort der erste Apostolische Nuntius wurde. Von 1998 bis 2001 war er Apostolischer Nuntius in Italien und San Marino.
Später hat ihn Papst Johannes Paul II. mit der Aufgabe der Neuorganisation des exterritorialen Komplexes von St. Paul vor den Mauern betraut, wo er dann 2005 zum ersten Erzpriester der päpstlichen Basilika St. Paul vor den Mauern ernannt wurde.
Von Papst Benedikt XVI. am 24. März 2006 zum Kardinal ernannt, fördert er, in Zusammenarbeit mit den Benediktinermönchen der Abtei von St. Paul, wichtige Bau-, Restaurierungs- und allgemeine Umstrukturierungsarbeiten in dem Gebäudekomplex von St. Paul vor den Mauern zugunsten der Gläubigen und Pilger aus der ganzen Welt und im besonderen anlässlich des Paulinischen Jahres (28.VI.2008 – 29.VI.2009), bei dem er den organisatorischen Vorsitz hat.