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KULTURVERANSTALTUNGEN ZUM ABSCHLUSS DES PAULUSJAHRES
Und eine Pressekonferenz von Kard. Andrea di Montezemolo im Pressesaal des Heiligen Stuhls

Rom, 19.05.2013

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9. Lydia und die Kirche von Philippi
 
In Troas hörte Paulus in einer Vision den Ruf eines Mazedoniers: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!“ (Apg 16,9) Sofort segelte er in Richtung Griechenland und machte Halt in Philippi, einer Handelsstadt und römischen Kolonie, die von Veteranen und lateinischen Bauern bewohnt war und wo das Judentum vom Hellenismus beeinflusst war.
 
Das Haus der Lydia, einer Purpurhändlerin, die sich mit ihrer ganzen Familie taufen ließ und die Missionare während ihres Aufenthalts beherbergte, wurde das Zentrum einer Gemeinde, die rasch wuchs und zu denen gehörte, die Paulus am treuesten blieb und die ihm Unterstützung und materielle Hilfe gab (2 Kor 11,8). Mit ihr wollte er einige Zeit später vor seiner endgültigen Abreise aus der Region des Ägäischen Meeres Ostern feiern.
 
Paulus wurde bald von den örtlichen Autoritäten der Proselytenmacherei angeklagt. In dieser Zeit war das Christentum nicht deutlich vom Judentum zu unterscheiden, wenngleich das Judentum einen privilegierten Rechtsstatus genoss. Paulus wurde schließlich zum ersten Mal in den Kerker geworfen, zusammen mit Silas. Zu Mitternacht, während sie damit beschäftigt waren zu beten und zu singen, befreite ein Erdbeben die beiden Gefangenen. Als der Kerkermeister die Türen des Kerkers offen sah, versuchte er sich zu töten. „Wir sind alle hier!“, rief ihm Paulus zu (Apg 16,28). Daraufhin ließ sich der Kerkermeister mit seiner Familie taufen. Paulus machte seine römische Bürgerschaft geltend, um nicht im Verborgenen, sondern „im Triumph“ befreit zu werden. Anschließend kehrte er in das Haus Lydias zurück.
 
10. Thessalonich: Familiäre Kultstätte
 
Dieses Mal traf Paulus auf den Widerstand der Juden, als er sich wie gewohnt in die Synagoge begab und ihnen, ausgehend von den Schriften, „an drei Sabbaten“ erklärte, dass „Christus leiden und von den Toten auferstehen musste“ (Apg 17,3). In Anbetracht der Anklage, Aufruhr gegen das kaiserliche Gesetz anzustiften, schickten sich die Brüder an, seine Abreise nach Beröa zu organisieren. Verfolgt von den Juden aus Thessalonich musste er ein weiteres Mal fliehen, über das Meer in Richtung Athen, wo Silas und Timotheus zu ihm stießen. Kurze Zeit später würde die Gemeinde von Thessalonich die ersten beiden Briefe des Paulus erhalten; in ihnen las man von dem Eifer und der Unruhe einer jungen Kirche.
 
In Thessalonich befand sich, so wie zuvor in Philippi bei Lydia, der Ort des Kultes und der Religion im Hause beziehungsweise in der Familie Jasons. Diese wurde daher zum Mittelpunkt der sozialen Bindungen und der Arbeit.
 
11. Athen, die Götzen
 
In der Hauptstadt des Hellenismus, wo man aus dem gesamten Römischen Reich zu Studienzwecken zusammenkam, traf Paulus auf die griechische Kultur und war „bewegt, als er sah, dass die Stadt voll von Götzenbildern war“ (Apg 17,16).
 
Er predigte viel in Synagogen wie auch auf öffentlichen Plätzen – sogar auf dem Areopag – und weckt dadurch die Neugier der Intellektuellen, „Epikuräer und Stoiker“, erreichte aber wenig Hinwendung zum Christentum. „Ich fand auch ... eine Aufschrift: Einem unbekannten Gott. Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das verkünde ich euch!“ (Apg 17,23).
 
(Paulus zitiert diese Episode nicht. Diese Form des Redens erinnert vielmehr an die Predigten der ersten Missionare in den hellenistischen Kirchen Ende des ersten Jahrhunderts vor den vom Stoizismus beeinflussten Heiden. Das Fehlen jeglichen Hinweises auf das Kreuz und das Heil lassen Zweifel daran aufkommen, dass Paulus jemals so gesprochen hat.)
 
 

 

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